15. Juli 2011 - Einweihung des Rettungszentrums Friedrichsfeld

Fotos: Petzinger

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Retter unter einem Dach

Friedrichsfeld: Neubau für Freiwillige Feuerwehr und Technisches Hilfswerk bezogen / Ministerium lobt "beispielgebendes Projekt"
Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge

Das symbolisch vor dem Eingang gespannte Band, das die Prominenz feierlich durchschnitt, war rot - doch eigentlich hätte es zweifarbig sein müssen: Rot und blau sind nämlich die Hallentore lackiert, rot und blau sind auch die Einsatzfahrzeuge, die dahinter stehen: die Freiwillige Feuerwehr Friedrichsfeld und das Technische Hilfswerk (THW) haben in dem neu erbauten Rettungszentrum am Saarburger Ring direkt neben dem Gebäude der Johanniter gemeinsam eine Heimat gefunden - ein in dieser Form erstmals realisiertes, bundesweit "beispielgebendes Projekt, das Maßstäbe für die Zukunft setzt", so Norbert Seitz vom Bundesministerium des Innern.
Der Leiter der Abteilung Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz war nach Mannheim gekommen, um die Grüße und Glückwünsche des Ministers zur Einweihung dieses, wie er sagte, "zukunftsweisenden Baus" zu überbringen. "Die Herausforderungen im Bevölkerungsschutz werden nicht weniger, die Finanzmittel leider nicht mehr", so Seitz. Darauf zu reagieren, indem man zusammenrücke und zusammenarbeite, sei "der richtige Weg".
Von einem "wichtigen Projekt nicht nur für die beteiligten Organisationen, sondern die Stadt insgesamt" sprach Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. Er erinnerte daran, wie das Vorhaben entstanden war.

Anerkennung fürs Ehrenamt
Einerseits brauchte die Freiwillige Feuerwehr Friedrichsfeld einen Ersatz für ihr veraltetes, zu klein gewordenes Gerätehaus im Ort, andererseits musste das THW seine alte Unterkunft in der früheren Autobahnraststätte Seckenheim räumen, damit dort und auf der benachbarten Fläche der früheren US-Kaserne ein neues, großes Gewerbegebiet entstehen konnte. "Es war ein zündender Gedanke, daraus ein Gesamtkonzept zu entwickeln", lobte Kurz und freute sich über die so entstehenden "Synergieeffekte". Mit dem Neubau wolle man auch "Motivation und Anerkennung schaffen" für die Ehrenamtlichen in den Hilfsorganisationen und so "einen wichtigen Teil des bürgerschaftlichen Engagements stärken", so Kurz, der zugleich als Aufsichtsratsvorsitzender der GBG - Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft sprach.
Sie hatte den von dem Architekturbüro Horst und Brigitte Rienkens geplanten Bau errichtet. Statt der veranschlagten zwölf Monate dauerte es aber 19 Monate, die Kosten stiegen von 4,2 Millionen auf knapp fünf Millionen Euro. GBG-Geschäftsführer Wolfgang Bielmeier führte dies auf den ungewöhnlich frühen Wintereinbruch 2009/10 ebenso zurück wie auf "unerwartete Auflagen und unabdingbare Änderungen" sowie Preissteigerungen am Bau. Besonders lobte er Matthias Steffan, Referent im Dezernat von Erstem Bürgermeister Christian Specht, der die Idee zu dem Projekt hatte, es gegen Widerstände vorantrieb und koordinierte. Ihm sowie allen anderen Beteiligten dankte dann auch Specht, dass das ungewöhnliche Vorhaben realisiert werden konnte.
Für das Technische Hilfswerk bedeutet es "einen Riesenfortschritt", freute sich THW-Ortsbeauftragte Nicole Dudziak gegenüber dem "MM". Dass der Umzug nur in Etappen erfolgen konnte, sei zwar "ein Kraftakt" gewesen, doch nun fühle man sich sehr wohl, "anständige Räume, Duschen und Umkleiden - das motiviert auch die Leute". "Richtige Umkleiden, Übungsflächen, ein Raum für die Jugend" - das lobte ebenso Markus Behlau, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr: "Wir haben lange gewartet und sind jetzt richtig glücklich!" Unter einem Dach werde die Zusammenarbeit sicher noch besser funktionieren.

Mannheimer Morgen, 18. Juli 2011


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